Alle Schmähungen sind willkommen: Wir sind die hedonistische Internet-Generation, der Dancefloor-Flügel des Resistance Movements. Wir fordern die Strassen zurück, wollen mit dem Medium der politischen Street-Party die Territorialisierung der Jugendkultur aufheben. Gesellschaftliche Auseinandersetzungen werden im Repräsentationskapitalismus nicht allein auf dem Gebiet der Ökonomie und Politik entschieden, sondern zugleich auf kulturellem und ideologischem Gebiet. Pop ist unser Feld, das wir mit Guerilla-Semiotik beackern, kritischer Hedonismus unsere Utopie, die wir den Realitätskonstrukten der Machthaber entgegenhalten. Unsere politischen Interventionen schaffen Terrains der Verstörung, in denen Subversion wieder möglich wird. Wir kommunizieren exzessiv, aufgezwungenen Realitätskonstrukten setzen wir hingegen Störfelder der Nicht-Kommunikation entgegen. Wir führen den Gnadenstoss gegen Kulturpessimismus, schale Adorno-Aufgüsse und linke Larmoyanz, verkoppeln Pop mit Widerstand und emanzipativen Forderungen, setzen auf Tempo, Hedonismen und Pop und nochmals Pop, um zu deterritorialisieren. Wir knüpfen neue Stränge aus Pop, Kunst und Theorie, die aber nicht in fixen Oppositionsgebinden kristallisiert werden sollen. Simultan werden temporäre autonome Zonen generiert und makropolitische Allianzen geschmiedet, denn wir befinden uns mitten in einem Ringkampf um kulturelle und politische Hegemonie.
(© Rupert Weinzierl)