Soundpolitisierung statt Komerz-Techno

Volkstanz nimmt nicht an Love-Parade teil. Wiens Clubszene positioniert sich klar gegen die Regierung.

Samstag ist Demotag in Wien. Seit 12. Februar versteht es sich in der Bundeshauptstadt von selbst, daß an verschiedenen Plätzen und in den Straßen Widerstand und Clubszene gemeinsam zu denken sind. volkstanz.net ist seitdem ein Label für die Politisierung der Wiener Electronic-Community. Am Samstag den 1.7.2000 wird der Wiener Ableger der Love-Parade/Berlin zelebriert. Diese als Demonstration angemeldete Veranstaltung hat sich in den vergangen Jahren auch in Wien zunehmend zu einem beträchtlichen wirtschaftlichen Unternehmen entwickelt. Während aber in den letzten Monaten klar geworden ist, daß Soundsystems auf Wiener Straßen ein klares Zeichen gegen die rechte Österreichische Regierung und deren Praxis ist, hielten sich die VeranstalterInnen der Love-Parade in dieser Hinsicht sehr zurück. Klar ist aber auch ihnen, daß eine Veranstaltung der Liebe, wie sich die Love-Parade selbst sieht, in Österreich nach dem 4.2. nicht kommentarlos abgehalten werden kann. Nichtsdestotrotz bleibt die Love-parade zuerst eine kommerzielles Unternehmen. Deshalb betreibt volkstanz.net auch an diesem Samstag Soundpolitisierung am Wiener Heldenplatz, um explizit zu machen, daß sich die Plattenteller in Wien gegen diese Regierung drehen und um den Widerstand der Wiener Szene zum 21. Mal auf die Straße zu tragen.

Love-Parade für arme Leute!