Soundpolitisierung gegen Medienboulevardisierung

Österreichs Medienlandschaft scheint teilweise etwas verrückt - vielleicht eine Folge des Erdbebens der vergangen Woche. Während allwöchentlich auf der Donnerstagsdemo - und nicht zuletzt auch jeden Samstag bei volkstanz.net am Heldenplatz - Tausende Menschen gegen diese Regierung aufbegehren und damit ihrer BürgerInnenpflicht nachgehen, versuchen einige Blätter den Spieß umzudrehen. Nicht diese Regierung soll der Skandal sein, sondern die Leute, die dagegen aufstehen. Als "Randalierer, die jeden Donnerstag in Wien marschieren", "Linksrabiate Randalierer" und "Polizeibekannte Berufsdemonstrierer"(jeweils aus der Kronenzeitung vom 14.7.) werden sie denunziert. Daß diese Beiträge satirisch gemeint sind, davon kann leider nicht ausgegangen werden. Die Kosten der Polizeieinsätze werden ins Treffen geführt ("Demos kosten uns (sic!) schon 82 Million" ebenda). Als ob wir sie gerufen hätten! Was uns diese Regierung kostet, danach wäre zu fragen! Was wird als nächstes kommen: "Wann schießt die Polizei endlich in die Menge?" (Krone 32.8.2000), "Internationale Schlepperbanden war an Organisierung der Antiregierungsdemos beteiligt" (Krone 5.2.2001), "Zuviele Demos - Demonstrationsrecht muß reformiert werden" (Presse 31.9.2000), "Strasser for President" (Kurier 32.12.2000), "Enteignet Dichand!" (volkstanz.net 29.2.2001). Zur Erinnerung: Am 4.2.2000 kam eine Regierungskoalition aus ÖVP und der rechtsextrem FPÖ ins Amt. Das ist das Problem